Baukindergeld als Kaufanreiz ?

Baufinanzierung

Nur jeder Zehnte sprach sich in einer Meinungsumfrage klar dafür aus, dass das Baukindergeld den Entschluss zum Bau oder Kauf einer Immobilie beeinflusse. Am größten ist die Skepsis bei Geringverdienern sowie in Ballungsgebieten.

Nach langer Wartezeit sollen ab Ende März 2019 die Antragsformulare für das neue Baukindergeld eingereicht werden können. Welchen Effekt der staatliche Zuschuss tatsächlich haben wird, ist unsicher. Daher untersuchte ein Internetportal in einer aktuellen Befragung, ob durch die Finanzspritze tatsächlich neue Kaufanreize geschaffen werden. Die Ergebnisse sprechen dagegen: Rund zwei Drittel verneinten eine Beeinflussung ihrer Kauf- oder Bauentscheidung, viele waren unentschlossen. 

Baukindergeld für Großstädte ungeeignet

Baufinanzierung Baukindergeld

Während die Immobilienpreise in ländlichen Gebieten zum Teil sogar sinken, verschärft sich die Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten zusehends und lässt die Preise kontinuierlich steigen. Ein Blick auf die Flächenverteilung zeigt: Mit zunehmender Bevölkerungsdichte sinkt die Bedeutung des Baukindergeldes. 
„Gerade dort, wo die Wohnsituation besonders prekär ist und Anreize zur Eigentumsförderung oder Neubauten am dringendsten benötigt werden, erweist sich das Baukindergeld als besonders wirkungslos“, so Stephan Scharfenorth vom Webportal.

Geringverdiener außen vor

Der Erwerb von Eigentum ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, um sich vor Altersarmut zu schützen. Doch für die gefährdeten Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen ist der Kaufanreiz durch das Baukindergeld am geringsten.

Der Erwerb von Eigentum ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, um sich vor Altersarmut zu schützen.

Die Umfrageergebnisse zeigen: Je niedriger oder höher die Kaufkraft, desto geringer ist die Anreizwirkung, die vom Baukindergeld für den Immobilienerwerb ausgeht. „Gutverdiener sind nicht darauf angewiesen und für Geringverdiener reicht es nicht, um eine solide Finanzierung zu ermöglichen“, erklärt Scharfenorth das Ergebnis. Er kritisiert: „Man kann sehen, dass das Baukindergeld zwar die Mittelschicht unterstützt, nicht aber Haushalte mit niedrigerer Kaufkraft.“ Die Höhe der Förderung hält er für zu gering, um eine spürbare Entlastung herbeizuführen. Daher prognostiziert Scharfenorth: „Bei den meisten Anträgen wird es sich um die Folge eines Mitnahmeeffektes handeln.“

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(opr)